Geschichte der Kölner Höfe

Die Historie der Kölner Höfe ist eng mit der Geschichte der Solinger Post verbunden. Im Jahr 1862 erwarb die Postverwaltung von dem Fabrikanten Albert Weyersberg an der Kölner Straße ein Gebäude. Es diente der Stadt von nun an als zentrales Postamt. Der gleichzeitige Zukauf eines benachbarten Gartengrundstückes sollte sich als Kaufentscheidung mit großer Weitsicht erweisen. Man kann sagen, dass Immobiliengeschäfte an diesem Ort schon immer unter einem guten Stern standen, denn diese Weitsicht sollte sich später noch auszahlen.

Solingen in der Kaiserzeit

Schon nach wenigen Jahren, genauer 1889, ließ die Solinger Postverwaltung das Postgebäude abreißen, um auf dem nun posteigenen Baugrund ein prachtvolles Postgebäude im wilhelminischen Stil der damaligen Zeit zu errichten. Schon am 15. Dezember 1890 erfolgte die offizielle Inbetriebnahme des repräsentativen Gebäudes. Dies geschah selbstverständlich nicht, ohne dass zahlreiche Honoratioren der Stadt dieses Ereignis zwei Tage zuvor angemessen feierten. Die rasante Industrialisierung um die Jahrhundertwende und die preußischen Vorliebe zur Bürokratie führten nur wenige Jahre später dazu, dass auch dieses Gebäude schon bald wieder zu klein wurde. Nachdem die Postverwaltung 1903 ein weiteres Nachbarhaus erwerben konnte, sollte an dieser Stelle der Neubau für das Telegrafen- und Fernsprechamt entstehen. Am 10. April 1910 wurde der neue Anbau offiziell in Betrieb genommen. Das gute Fräulein vom Amt hatte eine neue Adresse.

In den Wirren der Weltkriege

Für uns kommt es heute einem Affront gleich, als man in den folgenden Jahren beschloss, die prachtvollen Verzierungen aus Stuck von dem wilhelminischen Prachtbau abzuschlagen. Doch der veränderte Zeitgeschmack schrie nach moderner Schlichtheit. Da tat es nicht ganz so weh, als auch die Postgebäude nicht den Bomben der Alliierten bei der Bombardierung am 4. und 5. November 1944 zum Opfer fielen. Nach dem Krieg erfolgte der Wiederaufbau. Zahlreiche Erweiterungen und Umbauten erfolgten, damit die Post ihren zunehmenden Aufgaben gerecht werden konnte. Mit dem Wiederaufbau der Post konnte die vom Krieg ausgeblutete Stadt wirtschaftlich rasch wieder Fahrt aufnehmen.

Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder

Die letzte große bauliche Erweiterung fand ihren Höhepunkt in einer Feierstunde am 29. November 1965. Hier überreichte der Präsident der Oberpostdirektion Düsseldorf den symbolischen Schlüssel für den fertig gestellten Erweiterungsbau der Postverwaltung an den Solinger Postrat Schepers. Der neu erstellte sechsgeschossige Längsriegel an der Birkerstraße und ein viergeschossiger Zwischentrakt zum Altbau an der Kölner Straße boten damit genug Flächen, damit die Post ihre Aufgaben auf modernstem Niveau wahrnehmen konnte.